Fundstücke zu Georg Elser













































Matthias Platzeck, Ministerpräsident von Brandenburg
am 30.3.2010 in seinem Grußwort zur Veranstaltung am 9.4.2010 –
dem "Elser-Tag für Zivilcourage" in Oranienburg




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"...Viel zu sehr hatte die Politik den Widerstandskreis um Treskow und Stauffenberg in das Zentrum des Widerstandsgedanken gestellt, erst später auch die eine oder andere Gruppe von der weißen Rose bis zur Edelweißbande (allerdings für mich unverständlich das Engagement "der roten Kapelle" missdeutet). Nur verschämt wurde auf die frühen Widerständler aus politischer, religiöser oder schlicht ethischer Überzeugung hingewiesen. Einer ist dabei noch häufig verdrängt worden (vielleicht auch wegen Niemöllers späteren unbegründeten aber leider lauthals verkündeten Verdacht). Das war Georg Elser. Er hat aus tiefer Sorge vor den Gefahren des Krieges lange Zeit für sich allein daran gearbeitet, den erkannten Brandstifter unschädlich zu machen. Er dachte, plante, arbeitete still für sich konsequent auf das Ziel gerichtet, mit seiner geplanten Tat ein neues mörderisches Elend in Europa zu verhindern. Er gehört wirklich zu den aktiv Handelnden, die aufgenommen sein sollten in die Schulbücher unserer Zeit, welche dem "Aufstand des Gewissens" bisher nicht die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt haben."


Hans Koschnick, Bremer Bürgermeister a.D. in einem Brief an die Courage-Elser-Initiative Oranienburg vom 30.9.09 über Georg Elser:



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"…In den Sonntagsreden wird immer von Zivilcourage gesprochen. Das ist schön und gut. Aber viel wichtiger ist die Auseinandersetzung mit der konkreten Wirklichkeit, in der beispielsweise der Widerstand damals stattfand. Das heißt: Wie haben die jungen Menschen von der weißen Rose, wie hat Elser auf die Politik seiner Zeit reagiert? Er hat, um es deutlich zu sagen, auf politische Schweinereien reagiert. Er wollte den Krieg verhindern, er hat deutlich gesehen, worauf diese Diktatur hinausläuft. Er war hellsichtig und hat verantwortungsvoll gehandelt. Risikobereitschaft, Solidaritätsfähigkeit, das sind bis heute gesellschaftliche Grundforderungen an uns alle. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass man die Notwendigkeit für eine Empörung über Ungerechtigkeit plausibler machen kann als durch eine Auseinandersetzung mit dem Widerstand. Also auch mit Georg Elser."


Peter Steinbach, Historiker, wissenschaftlicher Leiter der Berliner
Gedenkstätte Deutscher Widerstand, in einem Interview mit der
Süddeutschen Zeitung - Online vom 20.10.09 über Georg Elser
unter der Überschrift "Kein Terrorist - ein Held":



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Menschliches Vorbild Elser in die Schulbücher

"Wir brauchen Vorbilder - wie Elser - nicht wegen des Heldenhaften, sondern wegen des menschlichen Tuns. Ich glaube, wenn wir sehr viel mehr den aktiv handelnden Menschen in den Vordergrund stellen, dann ist es etwas, was dazu anspornen kann, darüber nachzudenken.…

Gedenktage sind ganz wichtige Daten, die man beachten muss. Viel wichtiger aber ist, dass man es in einer vernünftigen Form schafft, Menschen in die Erinnerung zurückzurufen, die etwas Menschliches getan haben…

Beim Nachdenken, bei der Diskussion darüber, ‚Wie soll ich mich morgen verhalten?', sollte immer wieder der Versuch gemacht werden, auf Menschen hinzuweisen, die das vorgelebt haben. Das muss man dann nicht pathetisch machen, nicht patriotisch, sondern ganz schlicht, einfach, wie sie selbst wahrscheinlich auch empfunden haben: Pflichten zu erfüllen, die Menschen gegenüber anderen Menschen erfüllen sollten. Wenn uns das gelingt, ist das eine ganz schöne Sache…

Das muß kommen! Und jetzt, nachdem endlich die Anerkennung von Georg Elser da ist - sein individueller, persönlicher Widerstand, der Aufstand des Gewissens einer Person die handelt - wäre es ein wichtiges Zeichen, dass die Schulbücher das aufnehmen - als ein kleines Lehrstück dafür, was Zivilcourage, was persönliche Verantwortung, was Gewissen bedeuten. Ich wäre sehr dafür, dass unsere Schulbücher das als Beispiel des Widerstandes aufnehmen….."


Hans Koschnick, Bremer Bürgermeister a.D.
aus einem Interview, 24.3.2003



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Auftrag der Schule: Erziehung zur Humanität

"…Georg Elser war ein Mensch. Die vornehmste Eigenschaft eines Menschen aber ist die Menschlichkeit, die Humanität. Und was könnte der wichtigere, der bessere Auftrag an eine Schule sein, in der junge Menschen auf das Leben vorbereitet werden sollen, als der, zur Menschlichkeit, zur Humanität zu erziehen? So gratuliere ich Ihnen… nicht nur von Herzen, sondern auch mit dem Verstand zu Ihrem Namenspatron Georg Elser!


Veit Günzler, Studiendirektor a.D.
in der Rede zur Namensverleihung, 24.3.2003




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